Aktive und passive Sicherheitssysteme sowie Fahrerassistenzsysteme arbeiteten bisher unabhängig voneinander. CAPS - Combined Active & Passive Safety verbindet sie zu einem intelligenten Netzwerk, das dem Fahrer, Passagieren und Passanten, ein weiteres Plus an Sicherheit bringt.
Mehr als die Summe seiner Teile
Ohne Airbags, Gurtstraffer und ABS geht kaum noch ein PKW an den Start. 1995 kam als Meilenstein der Fahrzeugsicherheit das elektronische Stabilitäts-Programm ESP® hinzu. Die Schutzwirkung dieser bewährten Systeme wird individuell durch bestimmte Signale ausgelöst. Zusätzlich wird der Komfort in Fahrzeugen ständig weiterentwickelt und Funktionen wie die Einparkhilfe, Adaptive Cruise Control ACC oder Nachtsichtsysteme etablieren sich. Was wäre, wenn alle Sicherheits- und Komfortsysteme Ihres Fahrzeugs miteinander kommunizieren würden? Genau diese Idee liegt CAPS zugrunde. Wenn ein System auf die Daten zugreifen kann, die in einem anderen bereits vorhanden sind, ergeben sich enorme Synergien, welche die Vision vom unfallfreien Fahren näher rücken lassen.
Entscheidende Sekundenbruchteile
Ein maßgeblicher Faktor bei Unfällen ist die menschliche Reaktionszeit. Unfallanalysen zufolge ließen sich rund 60 Prozent der Auffahrunfälle und fast ein Drittel der Frontalzusammenstöße vermeiden, wenn der Fahrer nur eine halbe Sekunde früher reagieren könnte. Indem die Komponenten im CAPS-Verbund die Fahrzeugumgebung sowie die Fahrzeugsituation laufend analysiert, kann es kritische Situationen oftmals schneller erkennen, als es Menschen möglich ist. Neue CAPS- Sicherheitsfunktionen helfen dann, diese Situationen zu vermeiden oder ihre Schwere zu reduzieren.
Eine der ersten CAPS-Funktionen nutzt z. B. die Abstands- und Geschwindigkeitsregelung ACC. Verringert sich der Abstand zu einem vorausfahrenden Fahrzeug auf ein gefährliches Maß, werden die Bremsen für den Fahrer unmerklich vorbereitet und können im Notfall viel schneller reagieren. Bei fortschreitender Annäherung warnt ein Signal, z. B. ein leichter Bremsruck, den Fahrer. Ursprünglich als Fahrerassistenzsystem für lange Autofahrten entworfen, dient die ACC, vernetzt mit dem ESP®, nun erweitert zum vorausschauenden Sicherheitssystem, dem Ziel Unfälle zu vermeiden und Leben zu retten.
Alles im Blick
Große Chancen bietet auch die Vernetzung mit Videosystemen im Fahrzeug. Sie können beispielsweise den Verlauf der Fahrspur erkennen. Wenn der Fahrer die Fahrspur unbeabsichtigt verlässt, wird mit Hilfe eines Warnsignals auf die drohende Gefahr hingewiesen und das Fahrzeug durch Lenk- oder Bremsmanöver zurück in die Spur geführt.
Zukunftsvision unfallfreies Fahren
Mit CAPS wird das Autofahren sicherer. Der Austausch von Daten zwischen den verschiedenen Systemen birgt enormes Entwicklungspotenzial. Bei Bosch wird ständig an neuen sinnvollen Kombinationen gearbeitet. Zum Beispiel die Vernetzung mit Navigationssystemen: Denkbar ist dann die rechtzeitige Warnung vor engen Kurven, einem Stauende oder auch in der Nähe von Kindergärten.